Ist es Dir nicht auch schon passiert, daß Du übereilt gehandelt hast ? Oder daß Du im geeigneten Augenblick verabsäumt hast, das Notwendige oder Richtige zu tun ?
Beides
kann unangenehm und sogar gefährlich werden. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Du aus Trauer und Verzweiflung mit Dir Schluß machen willst. Du fühlst Dich allein gelassen und kannst, willst und weißt nicht
mehr weiter.
Sei nicht voreilig !
Ich kenne viele Menschen, die versucht haben, sich in einer solchen Situation zu töten, und es letztlich doch nicht geschafft haben(vielleicht
auch gerettet wurden). Sie sind mit
der Zeit wieder aufgetaucht aus ihrer Dunkelheit und froh und dankbar darüber, daß sie - vielleicht gereifter und bescheidener geworden, - das, was ih- nen beschieden ist, zu ertragen vermögen. Vielleicht sogar zu
genießen.
Es gibt ein Beispiel in unserer christlichen Religionsge schich- te, das uns drastisch vor Augen führt, was durch das Gefühl der Ausweglosigkeit und Verzweiflung passieren kann:
Denken wir an Judas, den "berüchtigten Verräter" !
Er hat Jesus sehr geliebt und an ihn geglaubt als den Sohn Gottes. Er hat nur, wie die meisten Juden seiner Zeit, Jesus als den
versprochenen Messias gesehen, der sein Reich auf dieser Welt errichten und das jüdische Volk von der römischen Herrschaft befreien würde. Deshalb lieferte er ihn aus, als er das geheuchelte Interesse der Pharisäer
merkte, um ihm Gelegenheit zu geben, nein, ihn zu provozieren, sich als Gottessohn und König der Juden zu beweisen. Judas hatte ihn vollkommen falsch verstanden. Jesu Reich war nicht von dieser Welt. Als er erkennen
mußte, daß er Jesus einem qualvollen, schändlichen und gänzlich sinnlos scheinenden Tod ausgeliefert hatte, kam die Verzweiflung. Er glaubte sich ausgestoßen und von Gott und der Welt verflucht und verlassen.
Für ihn schien es nur mehr eines zu geben: Selbstmord !
In ihm war alles finster und kein Hoffungsschimmer weit und breit. Hätte er nur ein bisserl gewartet !
Drei Tage später ist Jesus auferstanden. Seine
Göttlichkeit war voll bewiesen. Sein Tod bekam dadurch einen überirdischen und mystischen Sinn. Judas war das Werkzeug für die Erlösung.
Drei Tage später hätte ihm Jesus verziehen. Irren ist menschlich. - Judas wäre
wahrscheinlich sein eifrigster Missionar geworden.
Natürlich sind die Gründe Deiner Krise ganz andere.
Aber bitte - wart' ein bisserl ! Du siehst keinen Lichtblick ? Aber vielleicht gibt es schon irgendwo die Hand,
die Dir heraushilft. Alles wandelt sich. Wo Dunkelheit ist, folgt Licht.
Vielleicht ein bisserl später. - Aber es kommt ! -